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Verhandlungsergebnis angenommen: Tarifauseinandersetzung an Hochschulen …

TV Stud

Verhandlungsergebnis angenommen: Tarifauseinandersetzung an Hochschulen beendet

Die Mitglieder der Gewerkschaften ver.di und GEW Berlin haben das Verhandlungsergebnis zum TVStud angenommen. 68,2 % der GEW-Mitglieder und 64,2% der ver.di-Mitglieder stimmten in der Befragung vom 3. bis 5.7. für eine Annahme des Eckpunktepapiers vom 28.6.

Die gemeinsame Tarifkommission der beiden Gewerkschaften hat daraufhin am Freitag, 6.7., einstimmig beschlossen, dem Kommunalen Arbeitgeberverband (KAV) gegenüber die Annahme zu erklären.

Damit enden die seit Jahrzehnten längsten Streiks an deutschen Hochschulen mit dem Abschluss der weiterhin einzigen tariflichen Regelung für studentische Beschäftigte bundesweit.

 Eckpunkte des neuen Tarifvertrags sind die Erhöhung der Stundenlöhne von derzeit 10,98 Euro:

  • ab 1. Juli 2018 auf 12,30 Euro,
  • ab 1. Juli 2019 auf 12,50 Euro,
  • ab 1. Januar 2021 auf 12,68 Euro und
  • ab 1. Januar 2022 auf 12,96 Euro.

Zudem werden ab Juli 2023 die Löhne der Studentischen Beschäftigten im selben Maße wie die der anderen Hochschulbeschäftigten erhöht, die nach dem Tarifvertrag der Länder (TV-L) bezahlt werden. Die Hochschulen erhalten ein Widerspruchsrecht für den Fall, dass sie die TV-L-Erhöhung durch die Hochschulverträge nicht finanzieren können.

Andere wichtige Elemente der Einigung sind die Erweiterung der Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall von 6 auf 10 Wochen und die Erhöhung des Urlaubsanspruchs von 25 auf 30 Arbeitstage jährlich ab 2019.

Tom Erdmann, Verhandlungsführer und Vorsitzender der GEW Berlin: „Der Abschluss ist wie immer ein Kompromiss, aber auch in der Sicht unserer Mitglieder überwiegt, dass wir gegen den erbitterten Widerstand der Hochschulen eine nachhaltige Ankopplung an den Tarifvertrag der Länder durchgesetzt haben. Wir haben so sichergestellt, dass nicht wieder über Jahre die Löhne der studentischen Beschäftigten einfach stillstehen. Das ist ein wichtiges Ergebnis.“ ver.di-Verhandlungsführer Matthias Neis zum Tarifabschluss: „Dass ein verbesserter Tarifvertrag in einem langen Kampf durchgesetzt werden konnte, ist einzig und allein der Verdienst von hunderten Aktiven, die diese Bewegung über Jahre aufgebaut haben, der Tarifkommission, die sich nicht hat zermürben lassen und natürlich der Streikenden, die den Protest in den letzten Wochen und Monaten in der Stadt unübersehbar gemacht haben. Wir sind uns sicher: Dieser Arbeitskampf wird Strahlkraft über Berlin hinaus entwickeln.“

Die Einigung muss nun in einen Tarifvertragstext übertragen werden. Erst nach Abschluss dessen werden die getroffenen Vereinbarungen rückwirkend umgesetzt.

 

Für Rückfragen:

Matthias Neis, ver.di-Bundesverwaltung, Leitung Bundesarbeitsgruppen Hochschulen, Forschung, ABD - Fachbereich Bildung, Wissenschaft und Forschung, Tel.-Nr.: 0175 / 268 61 82.