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Tarifverhandlungen aufgenommen

Botanischer Garten Berlin, 12.2.2015

Tarifverhandlungen aufgenommen

Der Botanische Garten Berlin ist mit etwa 22.000 Pflanzenarten einer der größten und artenreichsten Gärten der Welt. Er liegt, wie auch das Botanische Museum, im Verantwortungsbereich des Berliner Senats, beide wurden 1996 als fakultätsunabhängige Zentraleinrichtung in die Freie Universität Berlin integriert.

Seit dem 1. April 2007 ist die Betriebsgesellschaft für die Zentraleinrichtung Botanischer Garten und Botanisches Museum (BG BGBM) für die gärtnerische, technische und infrastrukturelle Bewirtschaftung der Zentraleinrichtung BG BGBM und weiterer Einrichtungen der Freien Universität Berlin zuständig. Alleineigentümerin ist die FU. 

In dieser Betriebsgesellschaft herrscht jedoch, anders als bei der FU und dem Land Berlin, ein tarifloser Zustand. Die Einkommen der Beschäftigten im Besucherservice liegen 34 % unter dem Tarifvertrag der Landesbeschäftigten. Gartenbauhelfer/innen und Grünpfleger/innen erhalten ebenso wie Beschäftigte im Reinigungsservice 50 % weniger als Beschäftigte der FU. Gärtnerinnen und Gärtner mit abgeschlossener Berufsausbildung und eigenem Verantwortungsbereich gehen mit vergleichsweise 38 % geringerer Entlohnung nach Hause.

Für etwa die Hälfte der Beschäftigten gilt lediglich eine tarifliche Nachwirkung, für ca. 70 der rund 135 Beschäftigten der BG BGBM gilt jedoch gar kein Tarifvertrag.

Dieser  Zustand soll nun endlich beendet werden. „Für die Betriebsgesellschaft sollen die gleichen Konditionen gelten wie für die Alleingesellschafterin FU! Die Beschäftigten haben ein Recht auf geregelte und gesicherte Arbeits- und Einkommensbedingungen. Der Grundsatz „Gleicher Lohn für gleiche Arbeit“ sollte im Land Berlin eine Selbstverständlichkeit sein“, so ver.di-Verhandlungsführerin Susanne Feldkötter.

Zum Hintergrund: Nach einer drastischen Mittelkürzung durch den Senat von Berlin im Jahr 2003 wurde die Existenz des Botanischen Gartens in Frage gestellt. Innerhalb weniger Monate wurden fast 80.000 Unterschriften gesammelt, die am 7. Juli 2003 dem Präsidenten des Berliner Abgeordnetenhauses übergeben wurden. Der Protest der Berlinerinnen und Berliner konnte die drohende Schließung des größten Botanischen Gartens der Bundesrepublik Deutschland damals abwenden.

Mit der Gründung der BG BGBM wurde die Belegschaft jedoch gespalten in eine Zweiklassengesellschaft. Die Beschäftigten der BG BGBM arbeiten Seite an Seite mit ihren Kolleginnen und Kollegen des Mutterbetriebes FU, erhalten aber einen deutlich geringeren Lohn und haben wesentlich schlechtere Arbeitsbedingungen.

Sie haben sich mit ihrer Gewerkschaft ver.di Berlin zum Ziel gesetzt, diesen untragbaren Zustand zu beenden und fordern eine Tarifbindung wie sie die Beschäftigten der FU Berlin schon lange haben.

 

Für Rückfragen:

ver.di Susanne Feldkötter, Gewerkschaftssekretärin Bildung, Wissenschaft und Forschung, Funk: 0175-4307266