Studierende und AbsolventInnen

Warnstreikaufruf 4. Mai 2018 und Tarifinfo

TV-Stud

Warnstreikaufruf 4. Mai 2018 und Tarifinfo

TV Stud Christian v. Polentz/transit. fotografie und reportage TV Stud

Warnstreikaufruf 04. Mai 2018

Liebe Kolleg*innen,

die Gewerkschaft ver.di ruft die studentischen Beschäftigten an

der Alice Salomon Hochschule Berlin, der Beuth Hochschule für Technik Berlin, der Freien Universität Berlin, der Hochschule für Musik Hanns Eisler, der Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch, der Hochschule für Wirtschaft und Recht, der Hochschule für Technik und Wirtschaft, der Humboldt-Universität zu Berlin, der Kunsthochschule Berlin Weißensee, der Technischen Universität Berlin, der Universität der Künste Berlin

am Fr., 4.5.2018 zu einem Warnstreik von Arbeitsbeginn bis Arbeitsende auf.

Unsere bisher 8 Streiktage haben zwar Bewegung in die Tarifverhandlungen mit den Berliner Hochschulen gebracht. In zwei entscheidenden Punkten gibt es aber nach wie vor keine Einigung. Erstens liegt das Einstiegsangebot von 12,13 € / Stunde ab Abschluss eines neuen Tarifvertrages noch unter dem, was die TU seit 1.1.2018 ihren studentischen Beschäftigten bereits einseitig zahlt. Und zweitens ist unsere Kernforderung nach dynamischer Anpassung des Lohns an die Lohnentwicklung im öffentlichen Dienst der Länder nicht erfüllt. Die Arbeitgeber spielen auf Zeit.

Deshalb müssen wir unseren berechtigten Forderungen nochmals kräftig Nachdruck verleihen. 

Streik der studentischen Beschäftigten und gemeinsamer Aktionstag mit anderen prekären Bereichen in Berlin am 4. Mai 2018 

  • 14:30 Uhr Auftaktkundgebung der studentischen Beschäftigten auf dem Robert-Koch-Platz (Campus Nord, Charité) anschließend Demo zum Brandenburger Tor
  • 16:00 Uhr Abschlusskundgebung am Brandenburger Tor mit musikalischer Begleitung von Dota Kleingeldprinzessin 

Die Streiklisten liegen bei der Abschlusskundgebung am Brandenburger Tor aus. Darüber hinaus könnt ihr euch auch in den örtlichen Streiklokalen in die ver.di-Streiklisten eintragen. Orte siehe https://tvstud.berlin/

Beteiligt Euch zahlreich an dem Warnstreik!

 

Hier gibt es den Warnstreikaufrug als PDF zum Download. 

 

Tairfinfo TVStud

Zähe Verhandlungen am Rande des Abbruchs Ankopplung an Lohnentwicklung der anderen Hochschulbeschäftigten bleibt der Knackpunkt!

Die 7. Verhandlungsrunde zum TV Stud am 19.4. drehte sich fast ausschließlich um die Frage der Ankopplung der 8000 studentischen Beschäftigten an die Lohnentwicklung der übrigen Hochschulbeschäftigten. Die bekommen ihr Entgelt nach dem Ländertarifvertrag TV-L und das wird i. d. R. jährlich um einen gewissen Prozentsatz erhöht. 

Damit wir nicht wieder für eine so lange Zeit von jeder Lohnentwicklung abgekoppelt werden, wollen wir, dass diese Tarifergebnisse künftig auf die studentischen Beschäftigten übertragen werden. Das hat einen zentralen Stellenwert für uns, was wir den Hochschulen von Anfang an klargemacht haben. 

Auch zu Beginn der Verhandlungsrunde am 19. April haben es die Hochschulen wieder kategorisch abgelehnt, die Anbindung an die Lohnentwicklung im jetzigen Tarifvertrag zu vereinbaren. Sie wollten uns damit abspeisen, dass wir in fünf Jahren (vielleicht) erneut darüber verhandeln könnten, aber nicht jetzt. 

Ihre Ablehnung begründeten sie mit zum Teil abstrusen Argumenten: Sie hätten ja keinen Einfluss darauf, was im TV-L auf der Bundesebene verhandelt wird und ob sie vom Land Berlin dann auch das nötige Geld dafür bekommen. Schließlich wüssten sie nicht, welche Parteien dann die Berliner Landesregierung bilden würden. 

Warum aber für die ca. 30.000 hauptberuflichen Hochschulbeschäftigen die Lohnerhöhungen des TV-L übernommen werden (was tarifvertraglich vereinbart ist!) und das nur für die Gruppe der 8.000 studentischen Beschäftigten nicht gelten soll, konnten die Vertreter*innen der Hochschulen nicht beantworten. Für uns ist das ein klares Zeichen dafür, dass sie die studentischen Beschäftigten weiter als Beschäftigte 2. Klasse und als Kürzungsmasse behandeln wollen. 

Deshalb standen die fast vierstündigen Verhandlungen auch mehrfach kurz vor dem Abbruch. 

Erst kurz vor Schluss deutete sich dann eine Perspektive an: Die Arbeitgeber stellten in Aussicht, eine Ankopplung an die Lohnentwicklung der anderen Beschäftigten doch noch in den TV Stud aufzunehmen. Wir signalisierten umgekehrt, dass wir uns vorstellen könnten, diese Übertragung an die Refinanzierung durch das Land zu knüpfen. Etwa nach dem Motto: Kriegt ihr das Geld, kriegen wir das Geld.

Die Hochschulen haben zugesagt, auf dieser Grundlage bis Ende kommender Woche (27.4.) einen neuen konkreten Vorschlag vorzulegen. 

Diesen werden wir genau prüfen. Wichtig ist, dass es eine verbindliche und transparente Regelung gibt. Denn noch sind viele Fragen offen, u. a.:

  • Wie stellen wir sicher, dass die Hochschulen und der Senat unserer Tarifentwicklung auch die nötige Priorität einräumen?
  • Wie können wir transparent und nachvollziehbar prüfen, ob und wie viele Mittel die Hochschulen für Tarifsteigerungen vom Land erhalten?
  • Was können wir tun, wenn die Hochschulen später behaupten, das Geld reiche nicht und wir anderer Meinung sind?
     

Von Durchbruch kann also noch keine Rede sein. Wir bleiben skeptisch, geben aber den Hochschulen die Chance, einen überzeugenden Vorschlag bis Ende nächster Woche vor