Studierende und AbsolventInnen

Arbeitgeber blockieren Tarifverhandlungen

Studentische Beschäftigte

Arbeitgeber blockieren Tarifverhandlungen

Berlin, 15. September 2017

 

 

In der Tarifauseinandersetzung für die 8.000 studentischen Beschäftigten der Berliner Hochschulen haben die Arbeitgeber nach wie vor kein verhandlungsfähiges Angebot vorgelegt. Ein neuer Vorschlag der Hochschulseite sieht lediglich vor, die zuletzt angebotene Erhöhung des Stundensatzes von 10,98 € auf 12,13 € zum 1. Januar 2018 drei Jahre später noch mal geringfügig auf 12,35 € anzuheben. Dieser Stundensatz soll dann mindestens bis Ende 2022 gelten. Die studentischen Beschäftigten lehnen das ab. 

Die GEW / ver.di - Tarifkommission legte ihrerseits einen weiteren Kompromissvorschlag vor, mit dem sie sich deutlich auf die Arbeitgeber zubewegt. Dieser sieht vor, den Stundenlohn der studentischen Beschäftigten schrittweise an die Vergütung der sonstigen Beschäftigten in der Eingangsstufe der Entgeltgruppe 4 des TV-L anzunähern. Begonnen werden soll bei 96 Prozent dieses Wertes zum 1. Januar 2018 (entspricht 12,24 € pro Stunde). Bis 2022 soll dann eine jährliche prozentweise Angleichung bis auf 100 Prozent erfolgen. Eine Reaktion der Arbeitgeberseite steht noch aus. 

Udo Mertens, Verhandlungsführer für die GEW: “Auf dieser Basis machen Verhandlungen keinen Sinn. Das neue Angebot der Hochschulen liegt in der Summe immer noch unter dem, was uns in der ersten Verhandlungsrunde unterbreitet wurde. Die Arbeitgeber blockieren. Mit ihrem neuen Angebot kommen sie nicht einen Schritt auf uns zu. Wir haben den Eindruck, dass die Hochschulen die Arbeit ihrer studentischen Beschäftigten nicht wertschätzen.“

 Matthias Neis, der für ver.di die Verhandlungen führt, erklärt dazu: „Wir sind bereit, uns zu einigen. Das geht aber nur, wenn die studentischen Beschäftigten nicht weiter von den anderen Hochschulbeschäftigten abgehängt werden. Jahr für Jahr fressen die steigenden Lebenshaltungskosten ein weiteres Stück des Lohns der Studierenden auf. Solange die Hochschulen das nicht prinzipiell anerkennen, wird es keine Einigung geben und dann läuft alles auf einen Arbeitskampf im Wintersemester hinaus.“