Demokratische und soziale Hochschule

Die Berliner Regierung hat im Koalitionsvertrag die Einsetzung einer Arbeitsgruppe vereinbart, die sich mit der Stärkung der Mitbestimmung und Teilhabe an den Berliner Hochschulen auseinandersetzen soll. Wir sind als Gewerkschaft ver.di benannt, um unsere Perspektive in die Arbeit der AG einzubringen. Das erste Treffen hat am 25.09.17 stattgefunden.


Was verbinden wir mit einer „demokratischen“ Hochschule? Welches gewerkschaftliche Grundverständnis zeichnet uns dabei aus? Wie können aus unserer Sicht Mitbestimmung und Teilhabe an den Berliner Hochschulen gestärkt werden? Welche Voraussetzungen sind dafür notwendig?


Mit diesen Fragen haben wir uns in Vorbereitung auf die konstituierende Sitzung vom 25.09.17 der vom Wissenschaftssenat eingesetzten Arbeitsgruppe – AG „Demokratische Hochschule“ - beschäftigt. Die neunzehn Mitglieder dieser Arbeitsgruppe vertreten unterschiedliche Beschäftigtengruppen und Interessensverbände, so dass erwartungsgemäß der erste Austausch zu den thematischen Interessen und Anliegen der Teilnehmenden unterschiedlichste Perspektiven und Priorisierungen zu Tage brachte.


Wenn die Hochschule als sozialer und demokratischer Ort erlebt wird, gibt es Chancen, das Engagement in der akademischen Selbstverwaltung zu steigern. Das ist unser gewerkschaftliches Grundverständnis!


Die Bereitschaft sich als Beschäftigte*r und/oder Studierende*r, sich zusätzlich neben Job und Studium zu engagieren, hängt aus unserer Sicht davon ab,
  • als wie sinnhaft (lohnenswert, i.S.v. wirklich etwas bewegen zu können) das Engagement eingeschätzt wird,
  • ob eine Wertschätzungskultur für zusätzliches Engagement gelebt wird,
  • wie sich die Rahmenbedingungen am Arbeitsplatz Hochschule darstellen,
  • ob gute Studien- und Arbeitsbedingungen für Studierende vorhanden sind und
  • ob Qualifizierungsmöglichkeiten für die Arbeit in den Gremien der akademischen Selbstverwaltung angeboten werden.

  • Dazu nachfolgend unsere ersten konkretisierende Positionen, Anregungen für die weiteren Erörterungen:
  • Viertelparität ist für uns ein Thema!
  • Kodex des Akademischen Senats der TU (Kultur im Umgang): Anregungen für andere Hochschulen? Welche Erfahrungen werden damit gemacht?
  • Klare Begrenzungen der befristeten Beschäftigung an Hochschulen sind dringend notwendig!
  • Engagement von befristet Beschäftigten ist explizit zu wünschen, zu würdigen und darf kein „Karriere-Hemmnis“ darstellen.
  • Kritisch sehen wir/als hemmend nehmen wir die insgesamt hohe Arbeitsbelastung und den Aufgabenzuwachs in allen Bereichen der Hochschule war.
  • Eine Begrüßungskultur wäre für alle neuen Beschäftigten zu entwickeln.
  • Hohe Studienbelastung und die Notwendigkeit der Studienfinanzierung erschweren zusätzliches Engagement.
  • Die Betreuung und Begleitung der Studierenden muss sich insgesamt verbessern (z.B. durch den Ausbau von Tutor*innenstellen).
  • Studentische Beschäftigte sollen eine gute und angemessene Bezahlung erhalten (TV Stud II)!
  • Qualifizierungsmöglichkeiten für die Arbeit in den Gremien der akademischen Selbstverwaltung schaffen.
  • Mitbestimmungsmöglichkeiten i.R.d. LPersVG Berlin für „Arbeitnehmerähnliche“ (z.B. Lehrbeauftragte) herstellen.

  • Die AG „Demokratische Hochschule“ wird sich in diesem Jahr noch einmal treffen, die Arbeit wird im nächsten Jahr fortgesetzt. Wir werden uns als ver.di weiter einbringen.

    Interessierte wenden sich gerne an:

    Jana Seppelt, Antje Thomaß (Kontaktdaten siehe rechts).

    Kontakt

    • Jana Seppelt

      Ge­werk­schafts­se­kre­tä­rin für Hoch­schu­len und Ar­chi­ve, Bi­blio­the­ken, Do­ku­men­ta­ti­ons­ein­rich­tun­gen in Ber­lin und al­le Ein­rich­tun­gen der Bil­dung, Wis­sen­schaft und For­schung in Cott­bus.

      (030) 88 66 - 53 00

    • Antje Thomaß

      Ge­werk­schafts­se­kre­tä­rin für For­schungs­ein­rich­tun­gen, Hoch­schu­len in Ber­lin und al­le Ein­rich­tun­gen der Bil­dung, Wis­sen­schaft und For­schung in Frank­fur­t/O­der.

      (030) 88 66 - 53 02

    ver.di Kampagnen