Betriebe und Gruppen

ZLB plant Privatisierung

ZLB plant Privatisierung

Kein Grund zum Feiern: ZLB ver.di Kein Grund zum Feiern: ZLB

Anlässlich der Jubiläumsfeierlichkeiten der Zentral- und Landesbibliothek Berlin (ZLB) am 19.September 2015 haben Mitglieder der ver.di-Betriebsgruppe gemeinsam mit Freundinnen und Freunden der ZLB gegen die geplante Privatisierung der Medienauswahl demonstriert. Ein Großteil der Buchauswahl der renommierten Bibliothek soll zum 01.01.2016 an einen privaten Dienstleister, die ekz.bibliotheksservice GmbH (ekz) aus Reutlingen, ausgelagert werden. Dadurch sollen die meisten Stellen für die eigene Buchauswahl und -bearbeitung abgeschafft werden. Der Auftrag an das Privatunternehmen ekz ist ohne Ausschreibung geplant. 20.000 BürgerInnen, davon 15.000 aus Berlin, haben in einer Online-Petition gegen die Privatisierung der Medienauswahl in der ZLB protestiert. Im Juni 2015 wurden die Unterschriften dem Stiftungsrat der ZLB übergeben, der die Petition bis heute ignoriert. 

Die Feierlichkeiten finden statt, weil vor 20 Jahren die Berliner Stadtbilbiothek (BStB) und die Amerika-Gedenkbilbiothek (AGB) zur Zentral- und Landesbibliothek (ZLB) zusammengelegt wurden. Vor der AGB wurde durch Bürgermeisterin und Senatorin Dilek Kolat eine Skulptur enthüllt, die "Geburtstagslogo" genannt wurde. Frau Kolat hat auf die Notwendigkeit der Vielfalt der Medien hingewiesen – angesichts der geplanten Verflachung des Angebots leere Worte. Dazu gab es Musik, Sekt  - und Proteste von Beschäftigten und Nutzer/innen. Selbst die Band IG Blech fühlte sich zwischen den Stühlen und hat über das geplante „Outsourcing ihrer Flötensektion“ gewitzelt. In zahlreichen Gesprächen wurde wieder deutlich, dass nicht nur eine große Mehrheit der ZLB-Beschäftigten die Outsourcingpläne des Managementdirektors Volker Heller ablehnt, sondern dass auch das Bibliothekspublikum gerade die Qualität und Vielfalt des Medienbestandes der Zentral- und Landesbibliothek Berlin schätzt, das durch regalfertige Paketlieferungen von Drittdienstleistern nicht annähernd erreicht werden kann. 

Wir kritisieren neben der Verflachung des Medienangebots und dem Stellenabbau auch den Umgang mit öffentlichen Geldern. Bisher konnte die hohe Qualität des Bestandes durch eigene Beschäftigte garantiert werden. Jetzt werden diese Stellen gefährdet ohne erkennbaren Nutzen für die öffentliche Hand und das Bibliothekspublikum – und die Stadt Berlin. Durch die Auslagerung an die ekz müsse auch der lokale Buchhandel mit hohen Umsatzeinbußen und das Land Berlin mit weniger Steuereinnahmen rechnen. 

Protest gegen die Privatiserung der Medienauswahl an der ZLB ver.di Protest gegen die Privatiserung der Medienauswahl an der ZLB
Protest gegen die Privatiserung der Medienauswahl an der ZLB ver.di Protest gegen die Privatiserung der Medienauswahl an der ZLB