Betriebe und Gruppen

Qualitätsoffensive bleibt Symbolpolitik

Berliner Hochschulen

Qualitätsoffensive bleibt Symbolpolitik

Die Gewerkschaft ver.di kritisiert die am Montag von Bildungssenatorin Sandra Scheeres vorgestellte Qualitätsoffensive für die Berliner Hochschulen als weitgehend symbolischen Akt. Im Rahmen der Offensive sollen bis zu 110 zusätzliche Dauerstellen an den Hochschulen geschaffen werden.

 

„Angesichts von Befristungsquoten von weit über 80 Prozent im Mittelbau an den Berliner Hochschulen ist jede Dauerstelle zusätzlich natürlich eine Verbesserung“, so André Pollmann, Fachbereichsleiter für Bildung, Wissenschaft und Forschung der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft in Berlin und Brandenburg. „Für eine ernsthafte Qualitätsoffensive, die auch die Qualität der Beschäftigungsverhältnisse meint, reicht das aber nicht ansatzweise aus.“ ver.di kritisiert zum einen, dass angesichts von über 30.000 wissenschaftlich Beschäftigten in der Stadt die jetzt vereinbarten Entfristungen der sprichwörtliche „Tropfen auf den heißen Stein“ sind. Zum zweiten vermisst ver.di den Einstieg in eine strukturelle Umgestaltung am Arbeitsplatz Wissenschaft. Pollmann dazu: „Unser Wissenschaftssystem produziert systematisch Sackgassen. Hochqualifizierte Leute stehen plötzlich mit 50 Jahren vor dem beruflichen Aus, weil sie keinen Erfolg beim Glücksspiel um eine  der raren Professuren hatten und alternative Dauerstellen fast nicht existieren.“

 

ver.di fordert daher, dass Hochschulen und Politik endlich in einen Dialog mit den Beschäftigten und deren Interessenvertretungen treten, um die Weichen grundsätzlich neu zu stellen. Matthias Neis, ver.di Gewerkschaftssekretär daher: „Keine Reform, die den Namen verdient, kann über die Köpfe derjenigen hinweg gestaltet werden, die von ihren Auswirkungen am stärksten betroffen sind: den Beschäftigten.

Wir fordern den Senat auf, die Chance der kommenden Neuverhandlung der Hochschulverträge zu nutzen, um gute Arbeit wirksam zu einer verpflichtenden Aufgabe für die Hochschulen zu machen.“

 

Ansprechpartner:

Matthias Neis, ver.di-Landesbezirk Berlin/Brandenburg - Fachbereich Bildung, Wissenschaft und Forschung, Köpenicker- Str. 30 - 10179 Berlin, Telefon: 030/8866-5302